Das Jahr 1826 wird als Gründungsjahr der Musikkapelle Bichlbach angesehen, da die ältesten schriftlichen Belege – handgeschriebene Notenblätter – aus diesem Jahr stammen. Die „Musikbande“ der damaligen Zeit besaß noch keine einheitliche Tracht, zur Zivilkleidung wurde ein Schützenhut mit grüner Schnur und einer weißen Hahnenfeder getragen. Einzige Ausnahme: der große Trommler trug bei kirchlichen Ausrückungen einen schwarzen Zylinder. Erst im Jahr 1910 wurde der Ankauf einer einheitlichen Tracht Wirklichkeit, nachdem eine Abordnung der Kapelle im Jahr davor in Innsbruck war und bei der 100-Jahrfeier „Andreas Hofer“ reichlich Gelegenheit fand, sich eine fesche Tracht auszusuchen. Das Geld dafür wurde durch eine Sammlung im Dorf, eine Theateraufführung und einen Glückstopf aufgebracht. In dieser Zeit wurden auch die Instrumente einer Mode folgend von tiefer auf hohe Stimmung umgestellt, erst 1958 entschied man sich wieder für die tiefe Stimmung.

Im Winter 1897/98 gab es in Bichlbach zwei Musikkapellen, die „Buren“ und die „Engländer“, mit je ca. 16 Mann. Da die Kirchenmusiker als Solisten bei der Musikkapelle vom Kapellmeister bevorzugt wurden, teilte sich für kurze Zeit die Kapelle und probte getrennt. Der Vorteil lag im dabei erreichten hohen Niveau, aber die Kameradschaft und der Dorffrieden litt darunter. Aber bald herrschte wieder Einigkeit und bei der ersten Ausrückung am 1. Mai war die Musik wieder vereint. Über die Ausrückung am 1. Mai 1907 schreibt der Chronist: „die Zäune standen so tief im verharschten Schnee, dass die Musikanten ungehindert darüber marschieren konnten.“

Die Konzerte im Laufe des Jahres waren auf die einzelnen Gasthäuser aufgeteilt. Am Corpus-Christi-Sonntag wurde im Gasthof Hirschen konzertiert, zu Peter und Paul im Gasthof Sonne, am Florianisonntag im Gasthof Traube, die Cäcilienfeier wurde im Gasthof Post veranstaltet.

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges engte die musikalischen Aktivitäten auf wenige kirchliche Anlässe ein. 1919 formierte sich die Kapelle neu und bildete wiederum einen beachtenswerten Klangkörper, der sich auch außerhalb des Ortes bei vielen Musikfesten, Jubiläumsfeiern usw. mit Erfolg beteiligte.

1926 wurde die 100-Jahrfeier der Musikkapelle Bichlbach zu einem „Fest mit Preisspielen der anwesenden zehn Gastkapellen“.

Groß war der Jammer des Kassiers, als 1928 beim Brand des damaligen Probelokals, der „Poste“, die große Trommel mitverbrannte. Eine durchgeführte Christbaumversteigerung brachte 2.210.000 Kronen – doch schon der Andreas-hofer-Marsch kostete damals 45.000 Kronen (=2 Liter Wein). Bescheiden dagegen die Zahlen von 1911: Kassastand 43,90 Kronen, Einnahmen 30,-- Kronen, Ausgaben 59,71 Kronen, Überschuss 14,91 Kronen.

Nach der notgedrungenen musikalisch stillen Zeit des 2. Weltkrieges mussten viele junge Kräfte ausgebildet werden, und ab 1947 konnte die Kapelle wieder ausrücken.

Im Jahre 1950 wurde das „Dorfheim“ eingeweiht, das jetzige Probelokal der Musikkapelle. Bis dahin wurde immer in einem Gasthaus geprobt.

1951 fand die Gründung des „Musikvereins Bichlbach“ statt. Die Kapelle wird seit dort von einem Vereinsausschuss geleitet. Im selben Jahr wurden „hinterm Bichl“ die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestand der Kapelle durchgeführt. Ein Jahr darauf wurde der Musikverein mit der Durchführung des „4. Ausferner Bundesmusikfestes“ betraut - auch das „13. Ausferner Bundesmusikfest“ organisierte Bichlbach. Die 140-Jahr-Feier konnte 1966 im neuerbauten Pavillon abgehalten werden, ebenso die „Bichlbacher Festtage“ in den folgenden Jahren. 1968 führte nun schon zum dritten Mal die Musikkapelle Bichlbach das Bundesmusikfest durch. Diesmal wurde das 19. Fest dieser Art gefeiert.

Die Organisation der 150-Jahrfeier 1976 obliegt einer sehr jungen Mannschaft, die gerade in ihrem 1. Führungsjahr steht. Nachdem im Jahr 1974 der langjährige Kapellmeister Leitner Franz sein Amt niederlegte und der Obmann Besler Rudi dieses Amt zusammen mit dem Obmannamt für ein Jahr ausübte, legte auch Besler Rudi seine Funktionen im Jahr 1975 nieder. So kam es, dass als Obmann der damals 27jährige Albert Linser und als Kapellmeister der 25jährige Müller Gebhard die Führung übernahmen. Den beiden und dem ganzen Ausschuss gelang ein hervorragendes Fest.

Ab dem Jahre 1977 begann eine lang andauernde Freundschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Berkum bei Bonn. Etliche gegenseitige Besuche waren die Folge. Ab diesem Jahr lernte die Musikkapelle Bichlbach auch in regelmäßigen Abständen die nähere Umgebung von Österreich kennen. Viele Konzertfahrten führten die Musikanten nach Deutschland, Südtirol, Schweiz, Luxemburg, Frankreich und im Jahr 1995 sogar für 5 Tage bis nach Belgien.

Im Jahr 1978 führte die Musikkapelle Bichlbach das 19. Bundesmusikfest mit großem Erfolg durch.

Das Jahr 1978 war auch jenes Jahr, in dem in der Musikkapelle Bichlbach mit der Tradition, dass nur männliche Musikanten beim Verein waren, gebrochen wurde. Drei junge und hübsche Musikantinnen lockerten das Gesamtbild der Kapelle ab nun auf. Seit dieser Zeit sind immer wieder Frauen zum Verein gestoßen, und bilden heute einen sehr wichtigen Teil in der Kapelle. Durchschnittlich bleiben die MusikantInnen dem Verein heute 18 Jahre treu, und das Durchschnittsalter der Aktiven beträgt 35 Jahre. Rund 18 Jungmusikanten besuchen ständig die Landesmusikschule Reutte, womit das hohe Niveau das sich die Kapelle in den letzten Jahren erarbeitet hat auch gehalten werden kann.

Im Jahr 1996 konnte ein Wunsch aller MusikantInnen endlich erfüllt werden. In vielen Arbeitsstunden erbaut und durch Hilfe der Gemeindeführung konnte in diesem Jahr das vereinseigene Probelokal im Untergeschoss des Dorfheim bezogen werden. Es war ein großer Schock, als zu Pfingsten 1999 beim Jahrhunderthochwasser das Probelokal ½ Meter unter Wasser stand. Die ganze Mühe und Arbeit schien um sonst gewesen zu sein. Das Wasser stand nicht nur im Probelokal sondern auch in den Augen der MusikatInnen. Dem Einsatz vieler MusikantInnen ist es zu verdanken, dass der Schaden so gering wie möglich gehalten werden konnten, und die Musikkapelle Bichlbach wenige Wochen nach dem Hochwasser wieder im Probelokal proben konnte.

Derzeit zählt die Kapelle 55 Mitglieder, fast die Hälfte davon sind weiblichen Geschlechts. Die Tatsache das nicht nur Väter sondern auch Mütter mit Ihren Kindern gemeinsam musizieren, beweist eindrucksvoll den Stellenwert der Musikkapelle im Dorf, die Freude an der Gemeinschaft und am musizieren.

Zu den Haupteinnahmequellen des Vereins zählen die schon langjährige Durchführung der Christbaumversteigerung, die Ausrichtung des Kirchtagsfestes und das alle 2 Jahre stattfindende Neujahrsblasen immer am Neujahrstag. Dieses Neujahrsblasen wurde erstmalig zum 175-Jahr-Jubiläum 2001 als „Ankündigungsblasen“ des Festjahres durchgeführt und ist so gut bei der Bevölkerung angekommen, das man daran festgehalten hat.

Zudem werden wir hauptsächlich von der Gemeinde Bichlbach finanziell unterstützt. Dazu erhalten wir noch Zuwendungen vom örtlichen Tourismusverbandes und in gewissen Abständen von der Agrargemeinschaft Bichlbach. Auch private Sponsoren helfen dem Verein finanziell über die Runden zu kommen.

Im Jahre 2001, anlässlich des Jubiläums 175 Jahre Bundesmusikkapelle Bichlbach wurde ein dreitägiges Zeltfest vor dem Dorfheim abgehalten. Der musikalische Höhepunkt war neben dem Volksmusikabend, sicher das Konzert der Musikkapelle Landeck-Perjen, unter Kpm. Hermann Delago. Diese zogen die Besucher, mit Ihrem sehr abwechslungsreichen Programm mit den vielen ungewohnten  modernen Klängen einer Blasmusikkapelle, in ihren Bann.

Die Frühjahrskonzerte wurden bisher immer im Dorfheim Bichlbach abgehalten. Da die Akustik aber nicht wirklich entsprach hat man im Jahr 2009 die Idee geboren das Frühjahrskonzert ab sofort in der Kirche abzuhalten. Es wurde also das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht. Diese standen dem Vorhaben äußerst positiv gegenüber und der damalige Pfarrer Franz Angermaier hatte eigentlich nur zwei Wünsche. Erstens keinen Eintritt zu verlangen, da der Zutritt zur Kirche jedem frei stehen müsse und weiters, mit einem leichten schmunzeln angemerkt,  die Literatur so zu wählen dass die Konzertbesucher nicht animiert werden auf die Bänke zu steigen und zu klatschen. Dem wurde natürlich folge geleistet, es wird um freiwillige Spenden gebeten und bei einem Frühjahrskonzert wird so und anders keine Festzeltstimmung produziert.

Die Entscheidung wurde auch von allen Konzertbesuchern begrüßt. Danach findet der gemütliche Ausklang des Konzertabends gemeinsam mit den Besuchern im Dorfheim statt: Wir hoffen die Konzerte noch lange in diesem Rahmen durchführen zu können.

Zum Abschluss noch eines der wichtigsten Ziele des Vereins:

"Die ehrende Aufgabe aller Vereinsmitglieder ist es, die vor über 185 Jahren gegründete Musikgemeinschaft zu pflegen und so Jahr um Jahr an die Vereinsgeschichte anzureihen."